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Atterberg-Grenzen in Chemnitz: Plastizität des Feinkorns präzise bestimmen

Im Chemnitzer Becken und den angrenzenden Hängen des Erzgebirgsvorlandes treffen wir häufig auf Geschiebemergel und Lößlehm, deren Eigenschaften stark vom Wassergehalt abhängen. Diese bindigen Böden, die während der Elster- und Saale-Kaltzeit abgelagert wurden, reagieren besonders empfindlich auf Wasseraufnahme. In unserem geotechnischen Labor bestimmen wir die Atterberg-Grenzen nach DIN 18122, um die Plastizität dieser regionaltypischen Sedimente zu charakterisieren. Gerade bei Bauvorhaben in den Hanglagen von Chemnitz, wo Rutschungen nach Starkregen keine Seltenheit sind, liefert die Kenntnis von Fließ- und Ausrollgrenze die Grundlage für jede fundierte Bemessung. Bevor eine Korngrößenanalyse den gesamten Sieblinienbereich abdeckt, fokussieren wir uns mit den Atterberg-Grenzen gezielt auf das Verhalten der bindigen Fraktion unter wechselnden Wassergehalten. Die Prüfung erfolgt in unserem akkreditierten Labor nach strengen Vorgaben, wobei wir die Proben direkt von den Bohrstellen in der Stadt beziehen und ohne Verzögerung aufbereiten.

Die Plastizitätszahl verrät uns mehr über das zu erwartende Schwind- und Quellverhalten als jede Sieblinie – in den Tonböden Chemnitz' ist sie der entscheidende Kennwert für die Gründungsbeurteilung.

Methodik und Umfang

Bei einer aktuellen Baugrunduntersuchung für ein Mehrfamilienhaus nahe dem Zeisigwald stießen wir auf stark plastische Tone, deren Konsistenz ohne genaue Prüfung kaum einzuschätzen war. Die Probe wurde zunächst luftgetrocknet und durch ein 0,4-mm-Sieb gegeben, bevor wir mit destilliertem Wasser eine homogene Paste anmischten. Das Einstechen des Fallkegelgeräts nach DIN EN ISO 17892-12 zeigte dann, dass die Fließgrenze bei über 45 Prozent lag – ein Wert, der jeden Tragwerksplaner aufhorchen lässt. Die Ausrollgrenze bestimmten wir manuell auf einer Glasplatte, bis bei 3 mm Durchmesser erste Risse auftraten. Solche Werte sind typisch für die verwitterten Rotliegend-Tone, die im Süden von Chemnitz anstehen. Für die fachgerechte Gründung empfahlen wir ergänzend einen Proctor-Versuch, um die optimale Verdichtbarkeit dieses herausfordernden Materials zu ermitteln. Die Plastizitätszahl, also die Differenz zwischen Fließ- und Ausrollgrenze, ordnete den Boden eindeutig in die Gruppe der ausgeprägt plastischen Tone ein.
Atterberg-Grenzen in Chemnitz: Plastizität des Feinkorns präzise bestimmen

Lokaler geotechnischer Kontext

Mit rund 250.000 Einwohnern verdichtet sich Chemnitz zunehmend, und Baulücken auf marginalen Standorten mit schwierigem Baugrund werden attraktiver. Wer hier auf die genaue Bestimmung der Atterberg-Grenzen verzichtet, riskiert Fehleinschätzungen der Konsistenz, die von 'steif' bis 'breiig' reichen können. Ein zu optimistisch angesetzter Reibungswinkel oder eine unterschätzte Setzungsempfindlichkeit führt bei den wechselhaften Wassergehalten im Hügelland schnell zu ungleichmäßigen Setzungen. Besonders tückisch: In den Übergangszonen zwischen verwittertem Festgestein und den darüberliegenden quartären Lehmen schwankt die Plastizität auf engstem Raum. Die Atterberg-Grenzen liefern hier die notwendige Klassifizierung, um das Tragverhalten zuverlässig vorherzusagen und den Baugrund in Homogenbereiche nach VOB/C einzuteilen. Ein Baustopp wegen nicht erkannter weicher Lagen ist in jedem Fall teurer als eine sorgfältige Laborroutine.

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Geltende Normen

Kontext: Chemnitz — Atterberg-Grenzen in Chemnitz: Plastizität des Feinkorns präzise bestimmen DIN 18122-1:1997-07 (Fließ- und Ausrollgrenze), DIN EN ISO 17892-12:2018-12 (Fallkegelverfahren), DIN 18196 (Bodenklassifikation), DIN 4022-1 (Benennung und Beschreibung von Boden)

Ergänzende Leistungen

01

Bestimmung der Konsistenzgrenzen

Normgerechte Ermittlung von Fließ- und Ausrollgrenze im Fallkegelversuch sowie manuelles Ausrollen. Inklusive Berechnung der Plastizitätszahl IP und der Konsistenzzahl IC für die direkte bautechnische Einstufung Ihres Bodens.

02

Klassifizierung nach DIN 18196

Eingruppierung des Bodens anhand von Korngröße und Plastizität in die Gruppen GE bis TA. Wir erstellen das Plastizitätsdiagramm nach Casagrande, das für jede Gründungsbemessung in Chemnitz benötigt wird.

03

Wassergehalt und Konsistenzprofil

Vergleichende Analyse des natürlichen Wassergehalts mit den Atterberg-Grenzen entlang eines Tiefenprofils. So erkennen Sie sofort, in welcher Tiefe der Boden weich oder steif reagiert – essentiell für die Wahl der Gründungstiefe.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN 18122-1:1997-07, DIN EN ISO 17892-12
Bestimmte GrenzenFließgrenze (wL), Ausrollgrenze (wP), Plastizitätszahl (IP)
Probenmengeca. 200 g getrockneter Boden, Korngröße < 0,4 mm
Prüfdauer24 bis 48 Stunden inkl. Trocknung und Homogenisierung
BodenartBindige Böden (Ton, Schluff, Mergel, Lößlehm)
AkkreditierungDIN EN ISO/IEC 17025 durch DAkkS
KonsistenzzahlAbleitung von IC aus wL, wP und natürlichem Wassergehalt

Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Atterberg-Grenzen für ein Bauvorhaben in Chemnitz relevant?

Chemnitz liegt im Bereich pleistozäner Lockergesteine mit hohem Feinkornanteil. Die Atterberg-Grenzen nach DIN 18122 zeigen, ab welchem Wassergehalt der Boden vom festen in den plastischen und schließlich flüssigen Zustand übergeht. Diese Information ist entscheidend, um die Tragfähigkeit, die Verdichtbarkeit und das Schwind-Quell-Potenzial des Baugrunds zu beurteilen.

Wie läuft die Probenahme für die Atterberg-Grenzen ab?

Wir benötigen etwa 500 Gramm ungestörtes Material aus Ihrer Bohrung oder Schürfgrube. Die Probe muss luftdicht verpackt sein, um den natürlichen Wassergehalt zu bewahren. Unser Labor in Chemnitz übernimmt auf Wunsch die Probenahme direkt auf Ihrer Baustelle oder Sie liefern die Probe an.

Mit welchen Kosten muss ich für die Prüfung der Atterberg-Grenzen rechnen?

Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze inklusive Plastizitätsdiagramm liegt im Bereich von €60 bis €100 pro Probe, abhängig von der Probenanzahl und dem erforderlichen Umfang der Klassifizierung. Bei größeren Serien erstellen wir gerne ein individuelles Angebot.

Reichen die Atterberg-Grenzen für die Bodenklassifikation aus?

Für bindige Böden ist die Plastizität das zentrale Klassifikationsmerkmal. Kombiniert mit einer Korngrößenanalyse ergibt sich die vollständige Bodengruppe nach DIN 18196. Bei grobkörnigen Böden mit geringem Feinkornanteil sind die Atterberg-Grenzen dagegen nicht anwendbar – hier beraten wir Sie zu alternativen Prüfungen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Chemnitz und seinem Großraum.

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