GEOTECHNIK
Chemnitz, Germany
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Bemessung von Schottersäulen in Chemnitz – Bodentragfähigkeit gezielt verbessern

Die geologischen Verhältnisse in Chemnitz sind vielschichtig und oft eine Überraschung für Bauherren, die mit dem regionalen Baugrund nicht vertraut sind. Entlang der Chemnitz und ihrer Nebenflüsse treffen wir regelmäßig auf Auelehme und locker gelagerte Talsedimente mit geringer Tragfähigkeit. Für konventionelle Flachgründungen sind diese Schichten ungeeignet, und hier setzt die Bemessung von Schottersäulen als wirtschaftliche Lösung an. Diese Tiefgründungstechnik verbessert den Untergrund direkt unterhalb des Bauwerks durch den Einbau verdichteter Steinsäulen, die Lasten gleichmäßig in tiefere, tragfähigere Horizonte ableiten. Die Planung erfordert detaillierte Bodenkennwerte, die wir im Rahmen ergänzender Baugrunderkundungen mittels SPT-Bohrung ermitteln.
Ein typisches Chemnitzer Projekt zeigt den Mehrwert: Bei einem Erweiterungsbau im Stadtteil Kaßberg standen nur 2,5 Meter tragfähiger Lößlehm über weichen Tonen an. Erst die rechnerische Optimierung des Säulenrasters mit einem reduzierten Durchmesser von 60 cm ließ die Gründung auf einer bewehrten Bodenplatte zu – ohne aufwändigen Bodenaustausch und mit einer Setzungsreduktion von über 60 Prozent.

Eine sauber bemessene Schottersäule nutzt die Mantelreibung im umgebenden Boden, um Setzungen um 50 bis 70 Prozent zu reduzieren – ohne Beton, ohne Aushärtungszeit.

Methodik und Umfang

Die fachgerechte Bemessung von Schottersäulen in Chemnitz beginnt mit einer präzisen Analyse der lokalen Untergrundverhältnisse. Wir setzen auf eine Kombination aus Drucksondierungen und Rammsondierungen, um die undrainierte Scherfestigkeit der weichen Schichten zu bestimmen. Daraus leiten wir den erforderlichen Säulendurchmesser, das Rastermaß und die Einbindetiefe in den tragfähigen Horizont ab. Die Berechnung des Setzungsverhaltens erfolgt nach dem Priebe-Verfahren, das die Lastverteilung zwischen weichem Boden und steifer Säule realitätsnah abbildet.
Ein entscheidender Planungsparameter ist die Nachverdichtung des umgebenden Bodens während des Rüttelstopfprozesses, die den Spitzenwiderstand in den oberen Metern merklich erhöht. Bei Bauvorhaben, die eine höhere Lastkonzentration erfordern, kombinieren wir die Schottersäulen mit geotextilummantelten Säulen oder einer lastverteilenden Bewehrung in der Bodenplatte. Für die Kontrolle des Verdichtungserfolgs kommt das Sandkegel-Dichtemessverfahren zum Einsatz, das eine verlässliche Prüfung der erreichten Lagerungsdichte direkt im Feld ermöglicht.
Bemessung von Schottersäulen in Chemnitz – Bodentragfähigkeit gezielt verbessern

Lokaler geotechnischer Kontext

Ein sechsgeschossiger Wohnblock in der Nähe des Chemnitzer Stadtparks stand vor einem klassischen Problem: Unter einer drei Meter mächtigen Auffüllung folgten sechs Meter Beckenschluff mit steifer Konsistenz, die für die geplante Einzel- und Streifenfundamentgründung völlig unzureichend waren. Der Bauherr wollte eine kostenintensive Pfahlgründung vermeiden und entschied sich für Schottersäulen als wirtschaftliche Alternative. Die größte Herausforderung bei der Bemessung war die Gefahr von ungleichmäßigen Setzungen im Randbereich der Säulengruppe, wo die horizontale Stützung durch den umgebenden Boden abnimmt. Unsere Berechnung zeigte, dass eine Erhöhung der Ausführungsqualität in den Randbereichen durch eine gesteigerte Rüttelenergie und eine engere Rasterung die Setzungsmulde harmonisieren konnte. Ohne diese objektspezifische Anpassung wäre die Bodenplatte in den Randzonen überbeansprucht worden. Die Baugrundverbesserung wurde in nur neun Arbeitstagen ausgeführt, ohne Aushub, ohne Deponie und ohne Grundwasserabsenkung.

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Geltende Normen

DIN 4094: Baugrund – Felduntersuchungen (Abschnitt 5: Rütteldruckverfahren), Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 4017: Baugrund – Berechnung des Grundbruchwiderstands, DIN 18134: Baugrund – Versuche und Versuchsgeräte – Plattendruckversuch, Merkblatt für die Herstellung von Rüttelstopfsäulen (FGSV, Ausgabe 2019)

Ergänzende Leistungen

01

Geotechnische Vorerkundung und Parameterbestimmung

Durchführung von Drucksondierungen (CPT) und Rammsondierungen (DPH) zur Ermittlung der undrainierten Scherfestigkeit und des Spitzenwiderstands. Laborversuche zur Bestimmung der Kornverteilung, Konsistenzgrenzen und Steifemoduln der anstehenden Schichten. Auswertung nach EC7 und Erstellung des Geotechnischen Berichts mit Bemessungsparametern.

02

Bemessung, Rasteroptimierung und Qualitätssicherung

Rechnerische Bemessung nach dem Priebe-Verfahren mit iterativer Optimierung des Säulenrasters. Festlegung der Einbindetiefe, des Steinmaterials und der Rüttelenergie. Begleitung der Ausführung mit Lastplattendruckversuchen und Rammsondierungen zur Kontrolle des Verdichtungserfolgs und der erreichten Tragfähigkeit.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsverfahrenPriebe-Verfahren (DIN 4094, Abschnitt 5.4)
Säulendurchmesser (typisch)0,50 m – 1,00 m
Rasterabstand (quadratisch)1,50 m – 3,00 m (fünffacher Durchmesser)
EinbindetiefeMindestens 0,5 m in tragfähigen Horizont
SteinmaterialKornabstufung 16/32, 32/56 mm (Hartgestein, frostsicher)
Setzungsreduktion (Zielwert)≥ 50 % gegenüber unbehandeltem Baugrund
QualitätskontrolleLastplattendruckversuch (DIN 18134) je 500 m²

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Bemessung und Ausführung von Schottersäulen in Chemnitz?

Die Kosten für die Bemessung von Schottersäulen liegen in Chemnitz typischerweise zwischen €1.300 und €4.090, abhängig vom Umfang der erforderlichen Baugrunduntersuchungen und der Komplexität des Bauwerks. Die reinen Ausführungskosten für die Säulenherstellung betragen etwa 25 bis 45 Euro pro laufendem Meter, variierend nach Durchmesser, Einbindetiefe und Zugänglichkeit des Baufelds. Wir erstellen ein detailliertes Angebot nach Vorlage des Baugrundgutachtens und der statischen Vorbemessung.

Ab welcher Bodentragfähigkeit sind Schottersäulen in Chemnitz sinnvoll?

Schottersäulen sind besonders wirksam, wenn die undrainierte Scherfestigkeit cu des anstehenden Bodens zwischen 15 und 50 kN/m² liegt. In den Auelehmen und Talsedimenten entlang der Chemnitz treffen wir diesen Bereich häufig an. Unterhalb von 10 kN/m² ist die seitliche Stützung der Säule unzureichend, und es sollten alternativ geotextilummantelte Säulen oder Betonstopfsäulen in Betracht gezogen werden.

Wie lange dauert eine Baugrundverbesserung mit Schottersäulen?

Die reine Herstellungszeit für 200 Säulen mit einer Tiefe von 6 Metern beträgt in Chemnitz etwa 8 bis 12 Arbeitstage, abhängig vom Rasterabstand und der Zugänglichkeit des Baufelds. Hinzu kommen die Vorerkundung, die Bemessung und die Qualitätskontrollen, sodass der gesamte Prozess von der Planung bis zur Abnahme etwa vier bis sechs Wochen umfasst. Die Rüttelstopftechnik hat den Vorteil, dass keine Aushärtungszeiten anfallen und die nächsten Gewerke sofort folgen können.

Welche Normen sind für die Bemessung von Schottersäulen in Deutschland relevant?

Die Bemessung erfolgt nach dem Priebe-Verfahren, das in DIN 4094 (Abschnitt 5.4) normativ verankert ist. Der Entwurf und die Berechnung folgen den Anforderungen des Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014-03). Für die Qualitätskontrolle auf der Baustelle sind Lastplattendruckversuche nach DIN 18134 maßgebend. Ergänzend liefert das FGSV-Merkblatt für die Herstellung von Rüttelstopfsäulen (Ausgabe 2019) praxisnahe Hinweise zur Ausführung und Prüfung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Chemnitz und seinem Großraum.

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