In Chemnitz entscheiden oft wenige Meter über das Baugrundrisiko. Die pleistozänen Kiese der Flussauen entlang der Chemnitz liefern kf-Werte im Bereich 10^-3 m/s, während der verwitterte Porphyrtuff im Süden der Stadt kaum 10^-7 m/s erreicht. Wer diese Spreizung nicht vor Baubeginn mit einem Felddurchlässigkeitsversuch erfasst, verschenkt entweder Geld an überdimensionierte Drainagen oder riskiert Vernässung. Wir kombinieren Lefranc-Versuche im Lockergestein mit Lugeon-Tests im klüftigen Fels, um den Durchlässigkeitsbeiwert direkt in-situ zu messen. Ergänzend zur Wasserdurchlässigkeit klären wir über Korngrössenanalyse, ob Feinanteile langfristige Kolmation erwarten lassen.
Ein Pumpversuch über 8 Stunden liefert mehr Aussagekraft über die Baugrubenentwässerung als zehn Laborsieblinien.
Methodik und Umfang
Lokaler geotechnischer Kontext
Chemnitz liegt auf rund 300 m NHN, mit jährlichen Niederschlägen um 740 mm. In einem durchschnittlichen Februar fallen 55 Liter pro Quadratmeter, die in schlecht durchlässigen Böden tagelang als Stauwasser stehen. Wird der Felddurchlässigkeitsversuch auf ein Bohrloch beschränkt, das zufällig eine Sandlinse trifft, plant man Versickerungsanlagen mit einem um Faktor 10 zu optimistischen kf-Wert. Die Folge: Rigolen stauen im Winterhalbjahr zurück, Keller werden feucht, Bauwerksabdichtungen versagen schleichend. Im Süden der Stadt, auf den Verwitterungsdecken des Erzgebirgsvorlandes, führen unerkannte Kluftsysteme zu präferenziellen Fließwegen, die ein Lugeon-Test sofort aufdeckt. Der Test lohnt sich nicht nur geotechnisch, sondern auch wirtschaftlich: Eine korrekt dimensionierte Versickerung spart langfristig Pumpkosten und Sanierungsaufwand.
Geltende Normen
DIN 18130 – Ermittlung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, EN ISO 22282 – Geotechnische Erkundung und Feldversuche, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen
Ergänzende Leistungen
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Direkte kf-Wert-Bestimmung in Bohrlöchern mit variabler oder konstanter Druckhöhe. Einsatz in Kiesen, Sanden und Schluffen der Flussaue Chemnitz. Auswertung nach Hvorslev, inklusive Protokoll mit Zeit-Absenkungs-Diagramm.
Lugeon-Test im klüftigen Fels
5-stufiger Druckversuch im Festgestein zur Charakterisierung von Kluftdurchlässigkeiten. Anwendung bei Bauvorhaben im Porphyrtuff oder Granulit des sächsischen Grundgebirges. Ausgabe als Lugeon-Diagramm und kf-Äquivalent.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Chemnitz?
Die Kosten liegen je nach Bohrtiefe und Anzahl der Testintervalle zwischen €490 und €1030. Ein Lefranc-Versuch mit einem Messintervall ist günstiger, während ein Lugeon-Test mit 5 Druckstufen im oberen Bereich liegt. Wir erstellen vorab ein Pauschalangebot nach Aufmaß.
Wann ist ein Lugeon- statt eines Lefranc-Versuchs erforderlich?
Sobald der Untergrund aus Festgestein oder stark verwittertem Fels mit Klüften besteht. Typisch für die Hanglagen im Süden von Chemnitz. Der Lugeon-Test erfasst die hydraulische Leitfähigkeit des Kluftnetzes, was mit einem Lefranc-Versuch im Lockergestein nicht möglich ist.
Wie viele Versuchsintervalle sind pro Bohrung sinnvoll?
Das hängt vom Schichtaufbau ab. In homogenen Kiesen der Chemnitz-Aue genügt oft ein Intervall pro 2 Meter. Bei Wechsellagerungen von Sand und Schluff setzen wir engere Intervalle von 0,5 bis 1,0 Meter, um jede Schicht einzeln zu charakterisieren.
Welche Norm ist für Versickerungsnachweise maßgebend?
In Deutschland ist das DWA-Regelwerk führend, insbesondere das Arbeitsblatt DWA-A 138. Es fordert den kf-Wert aus Feldversuchen als Bemessungsgrundlage. Die Durchführung selbst folgt DIN 18130 und EN ISO 22282.
