Die DIN 4020 verlangt für jedes Bauvorhaben eine gründliche Baugrunderkundung – und in Chemnitz ist das mit seinen wechselhaften Böden aus Lösslehm, verwittertem Porphyrtuff und Flussschottern der Chemnitz besonders entscheidend. Was auf dem Papier nach homogenem Baugrund aussieht, entpuppt sich beim Aushub oft als komplexes Mosaik unterschiedlichster Tragfähigkeiten. Genau hier setzen wir mit der Schürfgrube an: Sie ist das direkteste Verfahren, um Bodenstrukturen, Schichtwechsel und Wasserstände ungestört zu beurteilen. Anders als bei reinen Bohrverfahren sehen unsere Ingenieure das Gefüge im Originalzustand, was gerade bei der Bewertung von Altablagerungen oder Auelehmen entlang der Chemnitz-Auen von unschätzbarem Wert ist. Für tiefere Horizonte kombinieren wir die Schürfgrube bei Bedarf mit einer SPT-Bohrung, um auch in größeren Tiefen verlässliche Lagerungsdichten zu ermitteln.
Eine Schürfgrube ist mehr als ein Loch im Boden – sie ist das einzige Fenster, durch das Sie den Baugrund in Chemnitz unverfälscht sehen, bevor der erste Bagger rollt.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Der folgenschwerste Fehler, den wir in Chemnitz immer wieder beobachten, ist die Verwechslung von gewachsenem Felszersatz mit tragfähigem Festgestein. Der im Stadtgebiet weit verbreitete, stark verwitterte rote Porphyrtuff wirkt im Schurf zunächst kompakt, zerfällt jedoch bei Wasserzutritt und dynamischer Belastung rasch zu einem schluffigen Brei. Wer darauf eine unbewehrte Bodenplatte setzt, riskiert Setzungsdifferenzen, die binnen weniger Jahre zu Rissen im aufgehenden Mauerwerk führen. Eine fachgerecht angelegte Schürfgrube legt diesen Verwitterungshorizont offen und zeigt den wahren Verfestigungsgrad des Tuffs. Ebenso kritisch sind die in den Flussauen abgelagerten organischen Weichschichten – sie lassen sich nur durch direkten Augenschein und Handversuche in ihrer Mächtigkeit und Konsistenz zuverlässig bewerten, sodass wir rechtzeitig Bodenaustausch oder Tiefgründungen empfehlen können.
Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?
Antwort innerhalb von 24h.
Geltende Normen
DIN 4020:2023 (Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke), DIN EN ISO 22475-1:2022 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahme), DIN EN ISO 14688-1:2020 (Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden – Teil 1: Benennung und Beschreibung), DIN 4124:2024 (Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten)
Zugehörige Fachleistungen
Baugrundaufschluss mittels Schürfgrube
Maschineller Aushub unter ständiger ingenieurtechnischer Aufsicht mit detaillierter Schichtenaufnahme und Probenentnahme nach DIN EN ISO 22475-1.
Bodenklassifizierung und Laboranalytik
Bestimmung von Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen und Wassergehalt im akkreditierten Labor zur präzisen Einstufung der Bodengruppe.
Gründungsberatung für schwierige Böden
Ableitung von Bettungsmodulen und zulässigen Bodenpressungen aus den im Schurf gewonnenen Kennwerten, speziell für Auenböden und verwitterten Porphyr.
Dokumentation für das Baugrundgutachten
Erstellung prüffähiger Schurfprofile mit Fotoanhängen und Schichtenverzeichnissen als belastbare Grundlage für die statische Berechnung.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Chemnitz?
Für eine maschinell ausgehobene Schürfgrube mit ingenieurtechnischer Begleitung und Probenentnahme bewegen sich die Kosten in Chemnitz typischerweise zwischen €410 und €710, abhängig von der erforderlichen Tiefe und dem verbauten Aufwand für die Wiederverfüllung.
Wie tief können Sie eine Schürfgrube im Stadtgebiet von Chemnitz ausheben?
Standardmäßig führen wir Schürfgruben bis 4 Meter Tiefe aus. Das ist in der Regel ausreichend, um die oberflächennahen Lockergesteine und den Verwitterungshorizont des Porphyrtuffs vollständig zu durchörtern. Bei größeren Tiefen steigen wir auf Bohrverfahren um, da der Aufwand für Verbau und Wasserhaltung dann unverhältnismäßig steigt.
Benötige ich für die Schürfgrube auf meinem Grundstück eine Genehmigung?
In Chemnitz ist das abhängig von der Lage. Für reine Erkundungsschürfe auf Privatgrundstücken, die zeitnah wieder verfüllt werden, ist in der Regel keine separate Baugenehmigung nötig. Wir kümmern uns aber vorsorglich um die Leitungsanfrage bei den Stadtwerken Chemnitz, um Bestandsleitungen im Baufeld auszuschließen.
Können Sie aus der Schürfgrube Proben für die Bodenklasse nach DIN 18300 entnehmen?
Ja, das ist sogar ein Standardbestandteil unserer Arbeit. Wir entnehmen gestörte Proben aus jeder erkennbaren Schicht, die im Labor auf Korngrößenverteilung und Plastizität untersucht werden. Damit können wir die Boden- und Homogenbereiche nach DIN 18300 und VOB/C eindeutig zuordnen, was für die Ausschreibung der Erdarbeiten unerlässlich ist.
